Wer hat Angst vorm Wiesengrund?

 

Animationsworkshop

Termin: 13. – 16. April 2015
Teilnehmer: 8 Schüler der Carl-Bosch-Schule Reinickendorf
Alter: 13 – 16 Jahre
Dauer: 4 aufeinanderfolgende Tage, jeweils 4 Stunden
Ort: Gedenkstätte “Wiesengrund” am Eichborndamm, Berlin Reinickendorf

In der ehemaligen Städtischen Nervenklinik für Kinder – der sogenannten Kinderfachabteilung Wiesengrund – wurden zwischen 1941 und 1945 behinderte Kinder und Jugendliche für medizinische Experimente missbraucht und getötet. Im Rahmen der WERKSTATT JUNGE GESCHICHTE – Kunstprojekte gegen das Vergessen engagieren sich an dem Gedenkort Schüler der Carl-Bosch-Schule für die Entwicklung und Umsetzung eines partizipatorischen Vermittlungsprogramms von Jugendlichen für Jugendliche.

In einem umfangreichen Kunstprojekt unter der künstlerischen Leitung von Karen Scheper entwickelte die Schüler-AG seit 2014 Das Haus, einen transportablen Gedenkort mit vielen architektonischen und performativen Elementen. Während der Ausstellung der entstandenen Arbeiten im Frühjahr 2015 wurde ich von Karen Scheper eingeladen, einen Animations-Workshop mit den Jugendlichen zu organisieren und durchzuführen. Der Workshop sollte auf das vorangegangene Projekt Das Haus aufbauen.

Der Workshop fand an 4 aufeinanderfolgenden Tagen in den Räumen des Gedenkortes statt. Kamera, Laptop, Lampen und Befestigungsmaterial hatte ich aus dem Studio mitgebracht. Zusätzliches Material wie Kartons, Scheren, Klebstoff waren aus vorangegangenen Projekten vorhanden. Die Schüler sollten selbst die Sequenzen entwickeln, die Elemente für die Bühne herstellen und animieren. Bild- und Tonschnitt würde ich im Anschluss an den Kurs realisieren.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema der Animation haben wir den Workshop mit einer Pixelation begonnen. Alle Teilnehmen hatten sich vor der Kamera aufgestellt und sollten eine Bewegung 5-10 Minuten lang wiederholen. Die ganze Übung sollte nicht länger als 15 Minuten dauern. Danach haben wir das Ergebnis angesehen. Die Schüler sollten so eine Vorstellung davon bekommen, wie sich die Bewegung – aufgenommen in Einzelbildern – im Film widerspiegelt. Außerdem sollte ihnen die Übung ein Gefühl dafür vermitteln, wie viele Sekunden Film sie in einer Arbeitssequenz von 15 Minuten drehen können.

Im Anschluss haben die Schüler mit der Entwicklung einer Geschichte begonnen, die in der Animation dargestellt werden sollte. Viele der Objekte, die die Jugendlichen mit Karen entwickelt hatten, kamen in dem Workshop zum tragen: das zentrale Element sollte die Stadt aus Papier sein. Sie wurde zur Bühne für einige der Sequenzen. Andere Protagonisten und Hintergründe haben die Schüler speziell für den Animationsfilm gebastelt, z.B. den Spielplatz und den Friedhof.

Den Titel Wer hat Angst vorm Wiesengrund ist ein Beitrag von Karen Scheper.

Filmstills
Eine Art Storyboard

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